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Noch wenige Zuschussplätze für Ferienfahrten 2011 frei!

Für unsere Ferienfahrten nach Burlage (Dümmer See), Vilstrup (Dänemark) und La Chadenède (Südfrankreich) haben wir noch wenige Zuschussplätze zu vergeben. Zuschussberechtigte zahlen für die Fahrt pro Kind/Jugendlichen zwischen 60-100 Euro.

Alle Fragen zur Zuschussberechtigung beantworten wir gern unter kontakt@jugendwerk-hamburg.com oder 040/444884.

Den Flyer mit unseren aktuellen Ferienfahrtenangeboten gibt es hier.

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News zum Bildungspaket

Voraussichtlich können die Leistungen des Bildungspakets für die Monate Januar bis März jetzt doch über den 30.04. hinaus rückwirkend beantragt werden. Dies berichten u.a.:

http://www.tagesschau.de/inland/bildungspaket108.html

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,757686,00.html

http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1861156/Frist-fuer-Bildungspaket-soll-bis-zum-Sommer-verlaengert-werden.html

 

Unter „Downloads“ können ab jetzt einige möglicherweise hilfreiche Dokumente zum Thema „Bildungspaket“ heruntergeladen werden. Die Sammlung wird regelmäßig erweitert.

 

Ein kritischer Artikel zum Thema findet sich in der taz von heute. Bei allen unseren Bemühungen, Kindern, Jugendlichen sowie deren Eltern die Leistungen des Bildungspakets möglichst barrierefrei zugänglich zu machen, möchten wir betonen, dass wir das Bildungspaket keineswegs für gelungen oder gar ausreichend halten, um Armut und sozialer und kultureller Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen entgegenzuwirken. Hier wird im besten Fall am Symptom gekratzt und neoliberale Schönheitschirurgie betrieben („Brot und Spiele“), ohne die Ursachen von (Kinder-)Armut in den Blick zu nehmen. Dies ist auch gar nicht gewollt oder möglich, schließlich gelten eben diese Ursachen gleichzeitig als sakrosankte, ewige Wahrheiten des Paradigmas der neoliberalen Ideologie und Propaganda.

http://www.taz.de/1/nord/hamburg/artikel/1/ein-bonus-der-keiner-ist/

 

Passend zur neu aufgeflammten Diskussion zum Bildungspaket lädt die Bild-Zeitung zum fröhlichen ALGII-EmpfängerInnen-Bashing ein. Während also der kleinkriminelle fränkische Landadel in Nibelungentreue bis zur letzten Stunde hofiert wird, entblödet sich (allen voran) die Springer-Presse nicht, sozial benachteiligte und ohnehin bereits stigmatisierte Bevölkerungsteile pauschal zu diffamieren und zu kriminalisieren. Wir verurteilen dies: http://www.bild.de/politik/inland/hartz-4/die-haeufigsten-hartz-iv-strafen-17488766.bild.html.

Auch Rolf Kleine (Bild) ist schockiert bis sprachlos über die neuesten Zahlen des Hartz-IV-Betrugs, schwadroniert in elliptischen Satzruinen über Ehre und Ruf unseres Sozialstaats und fordert Gerechtigkeit für die hart arbeitende Bevölkerung. Halleluja!

http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/betrug-auf-kosten-der-steuerzahler-17489572.bild.html

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Bedingungsloses Grundeinkommen, wenn nicht jetzt wann dann?

Heute und morgen ist es soweit!

Das Festival „Gespräche über morgen“  von den Veranstalter_innen dem Hamburger Netzwerk Grundeinkommen und Zeitzeichen in Zusammenarbeit mit der evangelischen Akademie, dem nordelbischen Frauenwerk und UNS findet auf Kampnagel statt.

Alle Infos gibt es unter http://www.gespraeche-ueber-morgen.de/home

Heute geht es auch gleich mit unserem Workshop los!

Also heute (Freitag) um 15:00 auf Kampnagel dabei sein, mitdiskutieren, mitfeiern, mitleben, mitgenießen, mitkritisieren und mitmoderieren.

Wir freuen uns über jede Unterstützung!

Euer JW-Moderationsteam Jessy und Jakob

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1:0 im Spiel Jugendwerk vs. Hamburger Regierung

Das politisches Engagement nichts mit dem Alter zu tun hat, ist ja im Jugendwerk schon lange klar. Aufgrund der aktuellen menschenverachtenden Debatten zu Hartz4 hat sich das Hamburger Jugendwerk spontan entschlossen eine Folgeaktion zu der AWO-Aktion „Letztes Hemd“ zu starten.
Auf dem gemeinsamen Ferienfahrten-Nachtreffen am Wochenende wurde neben dem Austausch und dem einfach schönen Zusammensein auch inhaltlich gearbeitet. T-Shirts wurden mit Forderungen an die PolitikerInnen die Armut zu beseitigen und eine menschengerechtere Politik zu betreiben bemalt und beschrieben. Die Ideen der Kinder, Jugendlichen dazu waren vielfältig und wurden besonders durch einfache Skizzen und eindeutige Sprüche für jede Altersgruppe verständlich. Auch das bedingungslose Grundeinkommen wurde anschließend heiß diskutiert und kritisch von allen Seiten beleuchtet – verständlich, da eine so revolutionäre Idee bei den meisten Menschen dieses Landes zuerst auf Ablehnung und Misstrauen stößt.
Mit den bunten T-Shirts ging es dann gemeinsam auf den Hamburger Rathausmarkt. Die T-Shirt-Kette wurde gespannt und von allen Teilnehmenden getragen und „verteidigt“. Durch das Vorlesen und laute Applaudieren der Forderungen direkt vorm Rathaus bekamen unsere Ideen zumindest für diesen Moment die Aufmerksamkeit welche Ihnen eigentlich immer zustehen sollte.Einen direkten Einfluss und Mitbestimmung auf die Hamburger Regierung ist das Ziel!
Das es in Strömen regnete, der Protest nicht angemeldet war, das Gebiet vor dem Rathaus zur Bannmeile gehört und am Ende Polizeibesuch kam, störte am Ende niemanden. Denn nur Beharrlichkeit, gute Argumente und Leidenschaft können zu einer gesellschaftlichen Veränderung führen!
Bis zum nächsten Mal wenn es wieder heißt, JW vs. Regierung
– zumindest solange bis wir mit unseren Forderungen ernst genommen werden.
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Empirische Studie belegt modernen Klassenkampf in Hamburg

21.07.2010: – falls wirklich noch jemand glaubte, dass es keinen Klassenkampf mehr geben würde…

Von Jakob Immer (Landesjugendwerk Hamburg)

Die herrschende Klasse hat mal wieder gewonnen! Selbst die minimale Veränderung des traditionellen Hamburger Schulmodells wurde mit einem Volksentscheid und 276.304 Stimmen abgelehnt. Nur 218.065 Menschen konnten sich der Vorlage zur Reformierung der Schulen anschließen, eine Vorlage die von allen gewählten Hamburger Parteien, also der CDU, den Grünen, der SPD und der LINKEN beschlossen wurde. Gegen diese Vorlage stellte sich seit Monaten, zunächst mit einem Volksbegehren nun mit einem Volksentscheid, die Initiative „Wir wollen lernen“, die sich aus meiner Sicht treffender „Elite will unter sich bleiben“ nennen müsste.

Der Klassenkampf entbrennt in der Verlängerung der neuen Primarschule von vier auf sechs gemeinsame Schuljahre für alle Kinder. Dass die finanziell reichen Kinder der Stadt noch zwei weitere Jahren mit den „anderen“ aushalten müssen und nicht elitär gefördert werden, wird wie ein Kapitalverbrechen angeklagt. Häufig werden Argumente wie „es darf kein Schulchaos geben“ oder das beliebte „das ist nicht finanzierbar“ genannt, manchmal wurde aber auch ehrlich ausgesprochen, worum´s geht. „Ein Kind eines Vorstandsvorsitzenden in der Schule neben einem Kind einer alleinerziehenden Kassenverkäuferin, dass passt ja nicht zusammen, da kann mein Kind ja nichts mehr lernen…“

Da haben sich neben der scheinheiligen Initiative „Wir wollen lernen“ die Wohlhabenden der Stadt (z.B. der AGA Unternehmensverband mit 3000 Unternehmen, die großen Hamburger Presseverlage, eine Initiative Hamburger ÄrztInnen, sowie 50 Gymnasiale SchulleiterInnen, die FDP, … ) mit tüchtiger Unterstützung der Bundesebene (deutscher Lehrerverband, Bundes CDU und FDP) zusammen getan. Mit dickem Budget wurde eine monatelange Kampagne gefahren, welche mit höchstwahrscheinlich bezahlten Kräften und dank großer Werbeagenturen zur Unterschriftensammlungund angedrohten Gerichtsverfahren gegen Initiative-GegnerInnen die Möglichkeiten moderner Demokratie aufzeigen. Ich selbst habe X Werbepersonen der Initiative auf deren Vorhaben angesprochen und jedes Mal waren es die gleichen auswendig gelernten zwei, drei Argumenten ohne verständliche Hintergründe oder die Möglichkeit andere Perspektiven sehen zu können. Kein Wunder wenn der wirkliche Grund der Initiative nicht verstanden wurde…

Das Ergebnis wurde am 18. Juli, dem Abstimmungstag, deutlich. In den „Adelstadtteilen“ (z.B. Blankenese, Rotherbaum, Harverstehude) gab es eine Wahlbeteiligung zwischen 55-60% und in den „Armenstadtteilen“ (z.B. Wilhelmsburg, Steilshop, Billstedt) eine Beteiligung von 25-30%, die gymnasialen Eltern haben größtenteils schon weit im Vorwege per Briefwahl abgestimmt und sich gegenseitig mobilisiert. Die aber wirklich von der geplanten Schulreform profitierenden Stimmberechtigten, haben scheinbar entweder keine Betroffenheit gefühlt oder aber die Manipulation durch die reißerischen Artikel in bildhaften Zeitungen und die Verwirrung aufgrund der beiden zum Verwechseln ähnlichen Kampagnen der Stadt und der Initiative war einfach zu enorm.

Nach Spiegel online vom 19.07.2010 bezeichnete die Bundesbildungsministerin Annette Schavan die fehlgeschlagene Reform als gute Nachricht für die Gymnasien und für das Selbstbewusstsein der Bürger. Wahrscheinlich meint sie mit „Bürger“ wirklich nur Männer und zwar diejenigen mit historischen Bürgerstatus.

Tja, wenn die Abstimmung mal kein empirischer Beweis einer monatelangen Studie von 1,25 Millionen Wahlberechtigten für den heutigen Klassenkampf ist…

Trotz aller Aufregung gebe ich die Hoffnung nicht auf und muss auch deutlich sagen, dass die Reform natürlich noch meilenweit von meinen und auch den JW-Vorstellungen eines modernen Schulsystems gelegen hätte. Aber es wäre ein kleiner Schritt, von denen wir so dringend welche brauchen. Vielleicht ja das nächste Mal mit einer richtigen Reform, á la „wir wollen nicht ein Stück vom Kuchen, sondern die ganze Bäckerei!“ (die Kleingeldprinzessin).

quelle: http://www.bundesjugendwerk.de/3792888 (zuletzt besucht: 21.07.2010)